Schon Anfang der achtziger Jahre hatte ich mit einem Freund zuerst mit dem Pkw, danach mit dem Wohnmobil meine ersten Entdeckungsreisen nach Spanien und später auch nach Marokko unternommen. Damals entstand auch der Wunsch, eines Tages für immer im sonnigen Süden zu bleiben: Die Offenheit der Menschen, die Weite des Landes und vor allem die Wintertage, die einem Deutschen oft genug wie herrliche Frühlingstage vorkommen, hatten mich schon damals fasziniert. Zudem war schwimmen schon immer eine meiner großen Leidenschaften. Ich meine aber nicht das Umherplanschen in einem überfüllten Freibad! Ich schwimme gerne in einem See oder einem ruhigen Meer, wo ich einfach Platz habe, wo ich ohne an irgendeine Begrenzung zu stoßen, mal ein paar Hundert Meter kraulen kann. Konkreter wurden die Gedanken nach Spanien zu gehen in den neunziger Jahren. Einen entscheidenden Anstoß erhielten diese vorerst noch vagen Pläne durch meine spätere Ehefrau, die an Diabetes leidet. Während verschiedener gemeinsamer Spanienurlaube war es immer wieder erstaunlich zu beobachten, wie sie die Abhängigkeit von den Insulinspritzen und anderen Medikamenten signifikant senken konnte: Das spanische Klima wirkte Wunder. Eigentlich gefiel mir meine Arbeit, ja mein ganzes Leben ganz gut. Ich arbeitete meist abends, hatte tagsüber viel Freizeit als Beleuchter bei einem Musical in Bochum. Doch nach drei Jahren in diesem Beruf stand mir die Möglichkeit offen, mich zur Prüfung zum Beleuchtungsmeister anzumelden. Ich meldete mich mehr aus Ehrgeiz, denn aus dem Wunsch heraus, als Beleuchtungsmeister zu arbeiten, an. Ich begann darüber nachzudenken, wie es denn nach der Prüfung weiter gehen sollte. Als Beleuchtungsmeister würde ich wesentlich mehr Stress am Arbeitsplatz haben, das lockere Leben ohne viel Verantwortung bei der Arbeit wäre dann vorbei. Außerdem würde man mir die Überstunden ausbezahlen, anstatt mir wie bisher die Möglichkeit zu geben, die Stunden anzusparen und abzufeiern - so hatte sich immer viel Zusatzurlaub ergeben. Ich begann darüber nachzudenken, ob die vage Idee vom Auswandern nach Spanien tatsächlich umsetzbar wäre. Die Frage war natürlich, wovon ich in Spanien meinen Lebensunterhalt bestreiten würde. Ich hatte eine Ausbildung als Energieanlagenelektroniker und der Bereich Solarenergie interessierte mich sehr. Sonne gibt es in Spanien reichlich, also lag die Idee nah, sich im Bereich Solarenergie in Spanien selbstständig zu machen. Ein alter Ford Transit wurde zum Wohnmobil umgebaut, und der folgende Urlaub zur Analyse von möglichen Standorten im Süden Spaniens genutzt. Zufällig fiel mir an der Costa Del Sol in Nerja ein kleiner Werkzeugladen auf, der sich bei näherem Hinsehen als Verleih von Maschinen und Werkzeugen herausstellte. Das hätte glatt meine Idee sein können! In einem Gespräch mit dem englischen Besitzer des Geschäfts stellte sich heraus, dass das A und O dieses Geschäfts die Wartung und Reparatur verschiedenster Maschinen ist. Für mich, der außer Ahnung von Elektrotechnik auch durch Reparaturen an Auto und Motorrad Erfahrung mit Motoren und Maschinen gesammelt hatte, sollte das kein Problem sein. Nach eingehender Suche nach weiteren Geschäften dieses Typs stand schnell fest, dass in einer Stadt wie Torre Del Mar, die ein großes Einzugsgebiet aufwies, so ein Geschäft fehlte. |


