Powerfrauen Früher waren es traditionellerweise die Frauen, welche sich gegen die Auswanderungspläne ihrer Männer verwahrt hatten. Sie waren eher auf Sicherheit bedacht und bremsten zuviel Abenteuer. Sie wollten der Heimat auch nicht so leicht „den Rücken zu kehren“, weil sie stärker an ihren traditionellen Bindungen zur Familie und zum Freundeskreis hingen. Inzwischen hat sich dies gewaltig verändert. In vielen deutschen Familien ist es jetzt ‚die Mama‘, die genug von Deutschland hat und den Anstoß zum Auswandern gibt. Immer mehr Frauen begnügen sich nicht mehr damit, ihren Lebenspartner beim Neuanfang zu unterstützen, sondern bringen die Sache selbst in Gang. Selbstverständlich gibt es auch Frauen die sich mutig und ganz für sich allein, aber mit einer guten Ausbildung im Koffer, auf den Weg in den Süden machen. In Spanien jedoch ist die Benachteiligung der Frauen trotz aller Emanzipierung nach wie vor grösser als in andern EU-Staaten. Gleichberechtigung kann nicht alleine durch die Gesetzgebung von oben verordnet werden; auch in den Köpfen der „Machos“ muß sich noch viel tun. Ebenso müssen die Frauen selber die Veränderungen auch wollen, einfordern und umsetzen. Mehr dazu im Kapitel Patriarchat. Die Gruppe der allein erziehenden Frauen verfügen, wenn der Vater seinen Zahlungsverpflichtungen regelmässig nachkommt, bereits über eine gewisse Sicherheit in der neuen Heimat. Es bleibt jedoch festzuhalten, dass Spanien nach wie vor ein konservatives, erzkatholisches Land ist, in dem das Opus Dei eine starke Position innehat. Eine Frau, die in unkonventionellen Verhältnissen lebt, wird in vielen Gegenden nach wie vor schief angesehen und marginalisiert; ähnlich wie in Deutschland vor 20 oder 30 Jahren. Die Stellung der spanischen Frau in der Gesellschaft hat sich nach dem Ende der Franco-Diktatur derart schnell und radikal verändert, dass viele diesen Wechsel nicht mitvollzogen haben. Wer schulpflichtige Kinder hat, sollte sich intensiv mit dem spanischen Bildungssystem beschäftigen und sich darum kümmern, wie eventuell bereits vorhandene Abschlüsse anerkannt werden. In Spanien gibt es staatliche Schulen, die gratis sind und private, die kostenpflichtig sind. An besonders begehrten Schulen gibt es mitunter auch Wartelisten. Mit der Realität auseinander setzen Inzwischen ist man an einem „point of no return“ angekommen. Die Träumereien werden immer drängender, farbiger, intensiver. Kaum sind die Augen geschlossen, entsteht das Bild von endlosen Stränden, wärmender Sonne und leichtfüssiger Zeitlosigkeit. Werden die Augen nach einiger Zeit widerwillig wieder aufgemacht, zeichnet sich die alltägliche Routine in viel düsteren Farben. Die alte Heimat erscheint langweilig und trist. Alles beginnt einen anzuöden. Neue Menschen und Aufgaben reizen. Ein Häuschen mit Palmen im Garten ... Man will noch mal neu anfangen und die Ärmel hochkrempeln! Und warum eigentlich nicht ? Das Motto „Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum“ verleiht Kraft, Neues zu wagen. Ausserdem ist da noch der Gedanken, endlich in die Tat umzusetzen, was man sich vorgenommen hat. Aber Vorsicht: einmal an diesem Punkt und dem ernsthaften Entschluß angekommen, muß man sich ernsthaft mit der Realität auseinandersetzen und diesen Schritt, der dem Leben eine neue Richtung vorgibt, ganz genau durchkalkulieren und vorbereiten. Zuviel Blauäugigkeit und Idealismus ist nicht gut! Wer nur wegen dem Wetter auswandert, wird wahrscheinlich vereinsamen. Wer allerdings das Wetter als unbezahlbare Zugabe genießt und nutzt, wird gerne manche Schwierigkeiten in Kauf nehmen. Nur allzu viele sehen sich eher als berühmte Autoren, die den Roman ihrer eigenen Zukunft entwerfen. Eine Zukunft, so wie sie sie sich wünschen: Glänzend, schön und ruhmvoll. Die Details werden wichtig. In den Gedanken reiht sich Erfolg an Erfolg: Braungebrannte Haut, tolles Auto, repräsentatives Haus, viele Freunde… Es entsteht das Drehbuch einer fantastischen Zukunft, die so märchenhaft schön ist, dass sie eigentlich weder in der Heimat noch im Ausland realistisch wäre. Allfällige Zweifel werden mit einer Handbewegung beiseite gewischt, fast macht es den Anschein, als ob der feste Glaube allein den Erfolg garantieren würde. Doch es ist eine Binsenweisheit: Längst nicht alle Träume erfüllen sich... Zur Buchbeschreibung/ Buchbestellung |


