Der Spanienclub

Frust als Motiv zum Auswandern „in den besten Jahren“

Gerade die Gruppe der 45-49 jährigen, also Menschen mit viel (Berufs)Erfahrung sind am ehesten geneigt ihre Heimat zu verlassen

Laut statistischem Bundesamt verabschiedeten sich 2006 mehr als 150.000 hochqualifizierte Arbeitskräfte aus Deutschland. Das ist die höchste registrierte Abwanderung seit 1954. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid, durchgeführt Ende 2006, lässt kein Abflauen dieser Tendenz erwarten.

TNS, ein weltweiter Verbund von Meinungsforschungsinstituten, zu dem Emnid gehört, befragte 60 000 Menschen in 60 Nationen auf fünf Kontinenten zu ihren Zukunftserwartungen.




Demnach gehen die Deutschen mit größerem Pessimismus in das Jahr 2007 als die Bürger vieler anderer Länder. Sie beurteilen die Zukunft zudem düsterer, als noch vor einem Jahr.

Trotz der Konjunkturerholung erwarten nur 25 Prozent für sich ein besseres 2007. Im vergangenen Jahr waren es noch 29 Prozent. 31 Prozent befürchten hingegen, dass es ihnen im kommenden Jahr persönlich schlechter gehen wird. Deutschland liegt damit auf Rang 51 von 60 befragten Nationen. Die größten Erwartungen existieren in Vietnam, Hongkong und China. Griechenland, Irak und Italien sind die Pessimismus-Spitzenreiter für 2007.


Als zentrale Ursache für den Auswanderungsboom sieht DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun, dass es in anderen Ländern oft bessere Standortbedingungen gäbe als in Deutschland: "Die hohen Steuer- und Abgabenlasten hier zu Lande, ein wenig durchlässiger Arbeitsmarkt und Defizite in der Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur sind nur eine Auswahl von Bereichen, in denen allein schon viele europäische Nachbarn die Nase vorn haben." (Quelle: DIHK, Pressemeldung, 23.10.2006).


Interessant ist dabei, dass gerade die Gruppe der 45-49 jährigen, also Menschen mit viel (Berufs)Erfahrung am ehesten geneigt sind ihre Heimat zu verlassen.

Das Umfrage-Ergebnis der GULP Information Services GmbH unter IT-Spezialisten , Thema: Good bye Deutschland? zeigt dies deutlich. Mitten in der Mid-Life-Crisis haben viele Menschen das Gefühl etwas verpasst zu haben und begreifen dieses Alter als erneute (letzte?) Chance etwas neues anzufangen. Für nahezu alle der befragten IT-Spezialisten (89,1 %) in dieser Altersklasse ist Auswandern ein Thema.

Viele haben bei Auslandsaufenthalten bemerkt, dass das Arbeitsklima ist im Ausland oft viel besser ist. In Deutschland werden Überstunden geschoben bis zur totalen körperlichen Überlastung, die Unternehmen üben starken Druck auf ihre Mitarbeiter aus, und jeder glaubt das Glueck darin zu finden, möglichst viel Geld zu verdienen und eine tolle Karriere zu machen, selbst wenn man dann halt erst abends um 22:00 heim kommt. Das soll Leben sein?

Dagegen berichten Ausgewanderte: "Wo ich jetzt lebe, gibt es kaum jemanden (egal in welcher Branche), der auf die Idee kommen würde, regelmäßig länger als bis 17:00 oder maximal 18:00 Uhr zu arbeiten. Ausnahmefälle, Notfallsituationen etc. natürlich ausgenommen.

Dabei wird aber allerdings geflissentlich übersehen, dass die Entlohnung in Spanien doch deutlich unter der deutschen liegt, auch werden Überstunden fast nie ausbezahlt, im besten Fall können sie abgefeiert werden.







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